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Naturpark Obst-Hügel-Land

"Obst klaub'm - nix vawiastn"

Asylwerber in Leppersdorf, Gemeinde Scharten
Alljährlich verrotten tonnenweise Äpfel und Birnen auf den Streuobstwiesen, weil sie nicht gesammelt werden.
Das Projektteam Obstklaubm: v.l.n.r. Rudolf Ortner, Coskun Kesici, Andrea Drescher, Rainer Silber
1. Obstklaub-Einsatz am 19. und 20. 9. in Rexham
Es wurde fleißig Obst gesammelt.
5. Klaub-Einsatz

Auf Anregung einer Initiative "privater Weltverbesserer" startete der Naturpark Obst-Hügel-Land ein neues Projekt, das gleich vier gesellschaftlich relevante Themen auf einmal adressiert. Unter dem Motto "Obst klaub'm – nix-vawiastn" geht es um soziales Engagement, Integration von Migranten, Landschaftspflege und einen respektvollen Umgang mit den von der Natur geschenkten Lebensmitteln. In das engagierte Projekt kann man sich in vielfältiger Art und Weise einbringen.

Alljährlich verrotten tonnenweise Äpfel und Birnen auf Oberösterreichs Streuobstwiesen, weil es sich für die Besitzer nicht lohnt, das Obst zu klauben. Ein Preis von rund 10 Cent pro Kilo Streuobst ist für Landwirte und Wiesenbesitzer nicht rentabel. Vielfach fehlen einfach auch Zeit und Verwertungsmöglichkeiten bzw. die Besitzer sind aufgrund des Alters nicht mehr in der Lage, das Obst zu sammeln.

Dabei gibt es in der Gesellschaft viele Menschen, die gerne etwas Sinnvolles tun wollen. Speziell während ihrer Asylverfahren warten Migranten beispielsweise oft jahrelang untätig, ohne einer Beschäftigung nachgehen zu dürfen. Gleichzeitig wird ihnen von etlichen Mitbürgern genau diese „Untätigkeit“ als Faulheit oder Schmarotzertum angekreidet.

Ein Sozialprojekt mit Nachhaltigkeitsanspruch

Das Projekt „Obstklaub’m – nix vawiastn“ hat sich daher zum Ziel gesetzt, das Obst und die Zeit der Menschen zusammen zu bringen. Die Migranten sorgen dafür, dass die kostbaren Lebensmittel nicht auf der Erde verfaulen, sondern einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden. So werden die Streuobstwiesen genutzt und alle verbindet das gute Gefühl nichts zu „vawiastn“. Das Obst wird entweder zu Saft oder Kompott verarbeitet und von den Migranten selbst konsumiert oder an Obst-verarbeitende Betriebe verkauft. Die Erträge kommen dem Asylwerberheim Leppersdorf in der Naturparkgemeinde Scharten zugute. Je nach Erlössituation wird die Anschaffung von Saatgut, Geräten, Zäunen u. ä. für den geplanten Gemeinschaftsgarten in dieser Betreuungseinrichtung finanziert.

Breite Unterstützung

"Dank des medialen Interesses haben sich bald zahlreiche Menschen gemeldet, die uns auf verschiedenste Art und Weise unterstützen wollten. Obstwiesen wurden zugesagt, freiwillige Begleiter meldeten sich, Obstverarbeiter bekundeten Interesse am gesammelten Obst“, freute sich DI Rainer Silber, Geschäftsführer beim Naturpark Obst-Hügel-Land, über den erfolgreichen Projektstart. Elfriede Keppelmüller aus Eferding war sofort mit dabei, nachdem sie kontaktiert wurde: "Das Obst auf unserer Wiese in der Scharten wird seit langem nicht mehr geklaubt, da war es für mich selbstverständlich, das Projekt zu unterstützen."

Erfolgreiche erste Saison

„Bei 12 Obstklaub-Einsätzen in den vergangenen Wochen mit insgesamt rund 20 verschiedenen freiwilligen Helfern (AsylwerberInnen und BegleiterInnen) wurden über 6.000 kg Streuobst in den Naturparkgemeinden Scharten und St. Marienkirchen/Polsenz gesammelt“, zieht Rudolf Ortner,  Projektleiter und Initiator dieses Projektes, eine erste Bilanz. Die Äpfel und Birnen wurden überwiegend an Mostproduzenten in der Region verkauft, ein Teil wurde aber auch zu Apfelsaft verarbeitet und den Freiwilligen als Danke-Schön übergeben bzw. vermarktet. Insgesamt kommt ein Erlös von rund € 1.000,- zusammen. Dieser Betrag wird für die Anlage eines Gemeinschaftsgartens im Asylwerber-Wohnheim Leppersdorf verwendet.

Wie geht es weiter? Wie können Sie helfen?

Wer das Projekt im kommenden Jahren unterstützen möchte (z.B. bei Anlage des Gemeinschaftsgarten mithelfen), kann sich direkt mit dem Büro des Naturparks unter der Telefonnummer 07249/47112-25 oder per E-Mail unter info@obsthuegelland.at in Verbindung setzen. Dort erhält man auch weitere Informationen.

Aktuelle Fotos sowie Beiträge zu unseren Obstklauben-Einsätzen und Kooperationen mit anderen Freiwilligen-Aktionen finden Sie auch auf Facebook.

 
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