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Naturpark Obst-Hügel-Land

"Obstklaubm - nix vawiastn"

Asylwerber in Leppersdorf, Gemeinde Scharten
Alljährlich verrotten tonnenweise Äpfel und Birnen auf den Streuobstwiesen, weil sie nicht gesammelt werden.
Das Projektteam Obstklaubm: v.l.n.r. Rudolf Ortner, Coskun Kesici, Andrea Drescher, Rainer Silber

Das Projekt „Obstklaubm - nix vawiastn“ verbindet soziales Engagement, Integration von Migranten, Landschaftspflege und einen respektvollen Umgang mit Lebensmitteln. Rund 1.000 Euro „Ertrag“, 100 Liter Apfelsaft für den Eigenbedarf der Flüchtlinge in Leppersdorf, große Beachtung seitens der Öffentlichkeit und eine Menge Spaß: Die Resultate von 2014 überzeugten alle, auch in den Folgejahren im Kleinen wieder für eine bessere Welt zu sorgen. Dafür werden auch wieder Unterstützer gesucht.

Zum Projekt

Das Sozialprojekt „Obstklaubm – nix vawiastn“ des Naturpark Obst-Hügel-Land, das von einigen Weltverbesserern ins Leben gerufen wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, Streuobst, das auf den Wiesen liegen bleibt und die Zeit von Menschen im Asylwerberheim, die nicht arbeiten dürfen, zusammen zu bringen. Die Migranten sorgen dafür, dass die kostbaren Lebensmittel nicht auf der Erde verfaulen sondern sinnvoll verwertet werden. So werden die Streuobstwiesen genutzt und alle verbindet das gute Gefühl nichts zu „verwiastn“. Die Flüchtlinge erbringen auf diese Weise eine wertvolle gemeinnützige Arbeit.

Bilanz 2014

2014 wurden bei 12 Obstklaub-Einsätzen mit insgesamt rund 20 verschiedenen freiwilligen Helfern (AsylwerberInnen aus dem Wohnheim Leppersdorf und BegleiterInnen) über 6.000 kg Streuobst in den Naturparkgemeinden Scharten und St. Marienkirchen/Polsenz gesammelt. Die Äpfel und Birnen wurden überwiegend an Mostproduzenten in der Region verkauft, ein Teil wurde aber auch zu Apfelsaft verarbeitet und den Freiwilligen als Danke-Schön übergeben bzw. vermarktet. Insgesamt kam ein Erlös von rund € 1.000,- zusammen. „Das 2014 erwirtschaftete Geld wurde für den Aufbau eines Gemeinschaftsgarten beim Asylwerberheim in Leppersdorf verwendet – eine wirklich gute und gelungene Sache“, erzählt Projektinitiator Rudolf Ortner. „Dort können sich die Flüchtlinge nicht nur mit eigenen Lebensmitteln versorgen. Der Garten entwickelt sich auch zunehmend zu einem Treffpunkt, an dem die Menschen aus der Umgebung direkten Kontakt mit den Migranten aufnehmen können. Das verändert sehr schnell die – oft durch Vorurteile verstellte – Perspektive.“

Bilanz 2015

Die diesjährige Bilanz kann sich wieder sehen lassen: 3.000 kg Obst, insgesamt etwa 60 Projektmitwirkende und rund € 600,- „Erlös“. Heuer wird dieser Betrag für die Renovierung und Adaptierung des Schulungsraumes im Asylwerberheim Leppersdorf verwendet. Zum einen sind kleinere Renovierungsarbeiten erforderlich, zum anderen soll die Ausstattung verbessert werden (z.B. Flipchart, Computer), um die Qualität der Deutschkurse für die Flüchtlinge noch weiter zu verbessern.

Vorbereitungen für die Saison 2016

Auch für die kommende Saison freut sich das Projektteam über weitere Helfer. Vor allem für die Betreuung der Flüchtlinge beim Obstklauben werden noch Unterstützer (ca. 3 bis 4 Halbtage im September/Oktober) benötigt. Auch bei Obstwiesen, wo geklaubt werden kann, ist noch Bedarf. Auf diese Art kann jeder dazu beitragen, dass die Welt ein kleines Stück besser wird. Dazu meint DI Rainer Silber, Geschäftsführer beim Naturpark Obst-Hügel-Land: „Wir freuen uns, wenn das Projekt zu einer regelmäßigen Aktion im Naturpark wird – zumindest solange es Flüchtlinge gibt, ist es enorm wichtig, sich zu engagieren. Unser Projekt sorgt direkt für ein Mehr an Miteinander und ist gleichzeitig eine sinnvolle Unterstützung für unsere Streuobstwiesenbesitzer im Naturpark“.

Wer dieses Projekt im nächsten Jahr unterstützen oder sich näher darüber informieren möchte, kann sich im Naturpark-Büro unter 07249/47112-25 oder per E-Mail info@obsthuegelland.at melden. 

Gemeinsam gartl'n

Im Frühjahr 2015 wurde in Leppersdorf ein Gemeinschaftsgarten für Asylwerber angelegt. Der rund 120 m2 große Garten dient nicht nur zur Selbstversorgung der Flüchtlinge, sondern auch als Begegnungszone.

Aktuelle Fotos sowie Beiträge zu unseren Obstklaubm-Einsätzen und Kooperationen mit anderen Freiwilligen-Aktionen finden Sie auch auf Facebook.

Einen Nachbericht über die erfolgreiche erste Saison (2014) und das "Erntedankfest" in Scharten gibt es auf BTV zu sehen.  

 
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