Von A wie Amsel bis Z wie Zilpzalp![]() ![]() ![]() ![]() Vogelkartierung im Naturpark Obst-Hügel-Land Eine reich gegliederte Kulturlandschaft mit ausgedehnten Streuobstwiesen, zahlreichen Obstbaumalleen und uralten Mostbirnbäumen, wie sie im Naturpark Obst-Hügel-Land zu finden ist, ist Heimat vieler Vogelarten. Eine ornithologische Erhebung im Gemeindegebiet von St. Marienkirchen an der Polsenz im Sommerhalbjahr 2012 konnte dies bestätigen: Mehr als 70 Vogelarten sind bislang nachgewiesen worden, ein Großteil davon sind Brutvögel. Da die Kartierung 2013 in der zweiten Naturpark-Gemeinde Scharten fortgesetzt wird, ist mit einer insgesamt noch deutlich größeren Artenvielfalt zu rechnen.
„Star“ des Naturparks: der Gartenrotschwanz Die abwechslungsreiche Landschaft des Naturparks stellt für Vogelarten, die in intensiv genutzten Agrarlandschaften fast oder gänzlich fehlen, einen geeigneten Lebensraum dar. Das herausragendste Beispiel dafür ist der Gartenrotschwanz (link zum Steckbrief): Dieser kleine Singvogel mit großen Ansprüchen wurde 2011 zum „Vogel des Jahres“ gekürt. Als Höhlen- und Halbhöhlenbrüter ist er stark an alte Bäume gebunden. In vielen Gegenden Mitteleuropas ist der Gartenrotschwanz vom Aussterben bedroht. Für seine europaweiten Bestandesrückgänge sind vor allem der Verlust an Altholzbeständen und die Ausräumung der Kulturlandschaft verantwortlich. Auch der Einsatz von Insektiziden sowie die Verschlechterung der Überwinterungsbedingungen, wie Dürreperioden in der Sahelzone, spielen eine Rolle. Mit 5 bis 10 Paaren je km² kommt der Gartenrotschwanz im Naturpark Obst-Hügel-Land in einer für die Ornithologen überraschend hohen Dichte vor. Vermutlich handelt es sich um das bedeutendste Brutvorkommen in ganz Oberösterreich! Vor allem die großen Streuobstbestände des Obst-Hügel-Landes beherbergen noch andere bemerkenswerte Arten. Zu den auffälligsten zählt der Grünspecht, der von mageren Wiesen- und Weideflächen sowie Böschungen mit schütterem Bewuchs profitiert, auf denen er seine Hauptnahrung, bodenbewohnende Ameisen, erbeutet. Sein lautes „Lachen“, eigentlich sein Reviergesang, prägt die Klangwelt der sanften Hügellandschaft im Frühling. Auch Dohle, Goldammer, Grauschnäpper und Gartenbaumläufer lieben Streuobstwiesen, in denen sowohl Bruthöhlen als auch reiche Insektennahrung vorhanden sind.
Wenig Greifvogelarten Die lokalen Bestände der Greifvögel bieten hingegen Anlass zur Sorge. Außer dem häufigen Turmfalken finden sich - weitaus seltener - einzelne Paare des Mäusebussards. Auffällig rar sind Begegnungen mit dem Sperber. Aktuelle Bruthinweise für den Habicht oder den insektenfressenden Wespenbussard fehlen bislang völlig. Die Gründe für deren Fehlen bzw. Seltenheit sind noch unbekannt, sollen aber recherchiert werden. Auf den offeneren Ackerkuppen kommen mit Kiebitz, Rebhuhn und Feldlerche noch weitere Sorgenkinder des Vogelschutzes vor. Allein die etwa 13 Kiebitz-Paare der Kolonie beim Ortsteil Eben/St. Marienkirchen an der Polsenz sind mehr als der gesamte Brutbestand dieser Art in ganz Kärnten! Es ist zu hoffen, dass es gelingt, diese lokalen Brutvorkommen zu erhalten. In Wäldern mit erhöhtem Laubholzanteil, etwa entlang der Bachläufe, finden sich weitere ornithologische Besonderheiten: Hier ziehen zum Beispiel Pirol, Kleinspecht und Gelbspötter ihre Jungen auf. Für die Fließgewässer Polsenz und Innbach sind Eisvogel, Teichhuhn und Wasseramsel nachgewiesen. Hobby-Vogelkundler aufgepasst!Wer bemerkenswerte Vogelbeobachtungen im Naturpark gemacht hat, möge diese bitte möglichst bald an Hans Uhl (Tel.: 0699 / 107 833 95 oder E-Mail: uhl@naturundmensch.com) melden. Wo wurden in den letzten Jahren Habicht, Baumfalke, Mehlschwalbe oder gar der imposante Schwarzstorch beobachtet? Wer kennt Reviere des stark bedrohten Steinkauzes, einer kleinen, vor allem in Streuobstwiesen lebenden Eulenart? Interesse besteht auch an Beobachtungen von durchziehenden Vögeln und von gefiederten Gästen am Futterhaus im Winter. Fachlich nachvollziehbare Hinweise werden gerne in den bevorstehenden Projektbericht aufgenommen.
Links Hans Uhl, www.naturundmensch.com Naturschutzbund Oberösterreich, www.naturschutzbund-ooe.at |
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