Der Bechsteinfledermaus auf der Spur![]() ![]() Quartier- und Habitatnutzung der Bechsteinfledermaus im Naturpark Obst-Hügel-LandDie seltene und schwer nachweisbare Bechsteinfledermaus (link zu Steckbrief) zählt selbst unter Fachleuten noch immer zu den am wenigsten bekannten heimischen Fledermausarten. Sie gilt als typische Waldbewohnerin, deren Quartiere und Jagdgebiete vor allem in Laub- und Laubmischwäldern zu finden sind. Im Naturpark Obst-Hügel-Land sind vor einigen Jahren zwei Bechsteinfledermaus-Kolonien entdeckt worden. Um mehr über die Ansprüche der Bechsteinfledermaus an ihren Lebensraum in einem relativ waldarmen Gebiet wie dem Naturpark Obst-Hügel-Land zu erfahren, wurden im Sommer 2012 sechs Weibchen der seit 2008 bekannten Wochenstuben-Kolonie in St. Marienkirchen mittels Radiotelemetrie erforscht. Die Arbeiten erfolgten mit naturschutzrechtlicher Bewilligung des Landes Oberösterreich. Methodik Die Tiere wurden mit feinen Netzen im Jagdgebiet bzw. vor bekannten Quartieren gefangen und mit Minisendern mit einem Gewicht von 0,42 g ausgestattet, wobei keine hochträchtigen Tiere besendert wurden. Die telemetrierten Weibchen wurden jeweils zwischen 3 bis 9 Nächten beobachtet. Die Datenerfassung erfolgte im Idealfall durch Kreuzpeilung der jeweils zwei Beobachter im 5-Minuten-Rhythmus. Die durch Triangulation ermittelten Positionen der Fledermäuse wurden in ein Geographisches Informationssystem (GIS) übertragen. Ergebnisse Bislang konnten durch die Radiotelemetrie acht Quartierbäume gefunden werden. Die Wochenstuben-Kolonie nutzte eine Stieleiche, einen Mostbirnbaum, eine Trauerweide und einen Walnussbaum als Tagesschlafplatz. Vier weitere Quartiere konnten bislang nicht genau lokalisiert werden. Die Tiere zeigten häufige Quartierwechsel. Die ersten Ergebnisse der Studie ergaben, dass auch die Bechsteinfledermäuse des Naturparks Obst-Hügel-Land bevorzugt (Laubmisch)-Wälder im Umkreis ihrer Schlafplätze als Jagdgebiet nutzen. Vor allem im Herbst wurden dann aber auch Streuobstbestände beflogen. Die individuellen Jagdgebiete von fünf der sechs telemetrierten Weibchen befanden sich in unmittelbarer Nähe zu den Tagesquartieren (Entfernung: wenige 100 m bis ca. 1 km um die bekannten Quartiere). Nur bei einer Fledermaus lag der nächtliche Aktivitätsradius bei über 2 km. Ausblick 2013 Die Fortsetzung der Untersuchung im Jahr 2013 soll näheren Aufschluss über Fragen wie der Nutzung des Jagdgebietes in den unterschiedlichen Phasen der Jungenaufzucht, der saisonalen Nutzung von Streuobstwiesen im Herbst sowie über weitere Quartiere der Wochenstuben-Kolonie geben. Dazu sollen Die Studie wird im Rahmen des Projekts „Lebensraum Naturpark Obst-Hügel-Land“ des Naturparks in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund OÖ. und mit Unterstützung vom Land OÖ., Abteilung Naturschutz, Bund und von der Europäischen Union durchgeführt. Links Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung (KFFÖ), www.fledermausschutz.at Weiterführende Informationen und Projektberichte |
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